Skriptum zur Deutsch-Matura

18 - Gegenwartsliteratur

Ein Gegenwartsroman ist ein Werk, das sich mit den Themen, Sorgen und Herausforderungen der Gegenwart auseinandersetzt, wie etwa Globalisierung, Migration, Digitalisierung, Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit, IdentitÀt, und die Auswirkungen von Technologie auf das Individuum.

Diese Themen haben unmittelbare Relevanz und schaffen eine Verbindung zwischen dem Werk und der Gegenwart des Lesers.

Die Gegenwartsliteratur ist durch eine große Vielfalt an ErzĂ€hltechniken und -formen gekennzeichnet. Es gibt keine festen literarischen Regeln, was zu einer Experimentierfreudigkeit fĂŒhrt.

AutorInnen brechen oft mit traditionellen ErzÀhlstrukturen und experimentieren mit nichtlinearen ErzÀhlweisen, multiperspektivischen ErzÀhlungen oder fragmentarischen ErzÀhlmethoden. Auch die Sprache kann bewusst modern oder sogar umgangssprachlich sein, was den Zugang zu den Texten erleichtert.

Nicht jedes Buch, das heute erscheint, ist automatisch ein Gegenwartsroman. Ein Werk wird dann als Gegenwartsliteratur bezeichnet, wenn es explizit die Themen und Probleme der Gegenwart behandelt oder eine moderne Perspektive einnimmt. Historische Romane, Fantasyliteratur oder Science-Fiction, die in fiktiven, oft in der Zukunft oder der Vergangenheit angesiedelten Welten spielen, gehören nicht zwangslÀufig zur Gegenwartsliteratur, auch wenn sie manchmal aktuelle gesellschaftliche Fragen in einen anderen Kontext stellen.

ErklÀrvideo zur Gegenwartsliteratur

Beispiel: "Nichts" von Janne Teller

Nichts ist ein Jugendbuch der dĂ€nischen Autorin Janne Teller, das 2000 veröffentlicht wurde. Die Geschichte folgt einer Gruppe von SchĂŒlern, die in einer dĂ€nischen Kleinstadt leben. Als der 13-jĂ€hrige Pierre Anthon erklĂ€rt, dass das Leben keinen Sinn hat und daher alles bedeutungslos ist, beginnt er, sich zurĂŒckzuziehen und von einem Baum aus das Leben zu beobachten. Seine MitschĂŒler reagieren darauf, indem sie versuchen, ihm zu beweisen, dass das Leben doch Bedeutung hat. Sie tun dies, indem sie Dinge, die fĂŒr sie von Bedeutung sind – von persönlichen GegenstĂ€nden ĂŒber moralische Werte bis hin zu wichtigen Beziehungen – opfern, um zu zeigen, dass es fĂŒr sie etwas gibt, das wirklich zĂ€hlt. Der Prozess gerĂ€t jedoch aus den Fugen und eskaliert, als immer extremere Opfer gebracht werden. Am Ende wird der Berg der Bedeutung an ein Museum in des USA verkauft und in der Kleinstadt kehrt wieder das „normale“ Leben ein.

Wikipedia zum Buch